

Die Klinische Forschergruppe „Biological Basis of Individual Tumor Response in Patients with Rectal Cancer“ ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus:
Chirurgie, Onkologie, Molekularer Onkologie, Strahlentherapie, Radioonkologie, Klinischer Pharmakologie, Pathologie, Humangenetik, Nuklearmedizin, Biochemie, Medizinischer Statistik, Medizinischer Informatik, Bioinformatik, Biometrie und Medizinethik.
Das Ziel dieser interdisziplinären Forschergruppe ist die Entwicklung einer auf den individuellen Patienten abgestimmten Therapie des Mastdarmkrebses. In Europa und den USA macht der Krebs des Dickdarms über 15 Prozent aller Krebserkrankungen aus, bei steigender Tendenz. In Deutschland gehört der Dickdarmkrebs mit über 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr geschlechtsunabhängig zur zweithäufigsten bösartigen Tumorerkrankung, an deren Folgen mehr als die Hälfte der Patienten verstirbt. Mit einem Anteil von circa 30 Prozent entsteht diese gefährliche Krankheit in einem etwa 16 cm langen Abschnitt des Dickdarms, dem Mastdarm (Rektum).
Bis vor wenigen Jahren bestand die Therapie in der sofortigen Operation mit anschließender Strahlen- und Chemotherapie. Neuere wissenschaftliche Ergebnisse haben zu einem Wandel geführt, heute beginnt man mit einer Strahlen- und Chemotherapie, anschließend folgt die Operation, an welche sich abschließend eine intensivierte Chemotherapie anschließt. Wenngleich diese neue Therapieform wesentliche Vorteile bietet, stehen die behandelnden Ärzte noch immer vor dem Dilemma, dass die Patienten sehr unterschiedlich auf die Behandlung reagieren: Manche sprechen sehr gut darauf an, wohingegen sich bei anderen der Tumor wenig oder gar nicht verändert. Darüber hinaus gibt es Patienten, für die sich das Vorschalten der Therapie eher ungünstig auswirkt.
Hier setzt die Arbeit der Klinischen Forschergruppe an: Aufgeteilt in neun eigenständige Teilprojekte und unter Mitwirkung internationaler Partner bringen die Wissenschaftler ihre jeweils spezifischen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Fähigkeiten zusammen, um gemeinsam eine individuelle Behandlung für jeden Patienten zu entwickeln. Grundlage bildet die Analyse genetischen Materials der oben erwähnten unterschiedlichen Patientengruppen und ihrer Tumore. Man versucht also zu entschlüsseln, wie Ärzte künftig in die Lage versetzt werden können, exaktere Voraussagen über den Therapieerfolg von Patienten zu treffen, als dies bisher der Fall ist. Dies betrifft das Ansprechen des Tumors unter der Therapie ebenso wie die Vorhersage individueller Nebenwirkungen. Das Ziel lautet, eine auf den individuellen Patienten abgestimmte Therapie zu finden und ihm damit den Weg zu besseren Heilungschancen und einer deutlich höheren Lebensqualität zu ebnen.
Mit der auf den einzelnen Patienten fokussierten Therapie gehen für alle Akteure neue Herausforderungen einher. In der zweiten Förderphase ist mit der Medizinethik ein Teilprojekt hinzu getreten, das einen flankierenden und weiter führenden Ansatz verfolgt. Hierbei geht es um die ausschlaggebende Interaktion zwischen Arzt und Patient, in welcher elementare Entscheidungen geklärt und gefällt werden müssen. Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, wie die komplexe Problematik von lebensrettenden oder lebensverlängernden Maßnahmen mit Vorstellungen von individueller Lebensqualität, wie zum Beispiel Schmerz und Angst, aus der Perspektive des einzelnen Patienten angemessen thematisiert und gelöst werden kann.
Ermöglicht wird dieses Forschungsprojekt durch die finanzielle und ideelle Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). In 2007 startete die KFO 179 ihre Arbeit mit sieben Teilprojekten. Die Fortsetzungsbegutachtung durch Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Jahre 2010 verlief erfolgreich, sodass die Forschungstätigkeit bis zum Jahre 2014 finanziell abgesichert ist und mit der Arbeit nahtlos fortgefahren werden kann. In der zweiten Förderperiode hat sich die Struktur der KFO 179 ein wenig verändert, zwei neue Teilprojekte sind hinzu getreten, sodass die KFO 179/2 nun in neun Teilprojekten ihre Forschungsarbeit leistet.
Dieser Internetauftritt soll Interessierten die Möglichkeit bieten, sich über die wissenschaftlichen Ziele und Erfolge der KFO 179 sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu informieren. Selbstverständlich sind wir auch für darüber hinaus gehende Fragen gerne für Sie da – bitte kontaktieren Sie uns!
Prof. Dr. med. H. Becker Prof. Dr. med. B. M. Ghadimi
(Sprecher der KFO 179) (Leiter der KFO 179)
Georg-August-University Goettingen
Department of General and Visceral Surgery
Coordination Office
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