
Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein Bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, das Schnittbilder von lebenden Organismen erzeugt. Grundlage der PET ist die Darstellung der Verteilung einer radioaktiv markierten Substanz (Radiopharmakon) im Organismus. Dabei werden die Struktur, vor allem aber biochemische und physiologische Vorgänge abgebildet (funktionelle Bildgebung). Die PET verwendet Nuklide, die Positronen emittieren (sog. ß+-Strahler). Die Methode wird bei Dickdarm- und Enddarmkrebs in vielen Kliniken unter Verwendung von radioaktivem Zucker routinemäßig eingesetzt.
In der Immuno-PET werden radioaktiv markierte Antikörper verwendet, die sich spezifisch in einem Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) anreichern. Die Krebszellen von Rektumkarzinomen tragen an der Oberfläche das sogenannte CEA-Molekül. Im Rahmen der geplanten Studie wird in einem ersten Schritt ein nicht radioaktiv markierter Antikörper intravenös gegeben, der an dieses Molekül bindet. Diesem Antikörper gibt man nun einige Tage Zeit, fest an die Krebszellen zu binden und die Blutbahn vollständig zu verlassen. Danach wird ein radioaktiv markierter kleiner Eiweißstoff gegeben (sog. Peptid). Dieses Peptid bindet an den einige Tage zuvor gegebenen Antikörper auf der Tumoroberfläche, während der Rest innerhalb einer kurzen Zeit (von ca. 60 Minuten) über die Niere und Harnblase den Körper wieder verlässt. Idealerweise sieht man nach einer Stunde in der Immuno-PET den Tumor und seine Tochtergeschwülste, jedoch keine anderen Organstrukturen mehr.
Wir haben eine Immuno-PET Studie konzipiert, bei der im ersten Teil bei 12 Patienten mit Rektumkarzinomen erforscht wird, in welcher Menge der Antikörper gegeben werden muss und in welchem zeitlichen Abstand dann die Gabe des radioaktiv markierten Peptids gegeben werden muss um eine möglichst gute Darstellung des Tumors zu erreichen. Hierzu werden zunächst 3 Patienten unter den genau gleichen Bedingungen untersucht und aus den Ergebnissen der Immuno-PET Rückschlüsse gezogen, wie das Protokoll verbessert werden kann. Das verbesserte Protokoll wird dann bei den nächsten 3 Patienten angewandt. Nach durchgeführter Immuno-PET bei diesen 3 Patienten verfährt man für die nächsten 2 Patientengruppen in gleicher Art und Weise.
Im zweiten Teil der Studie werden wir dann 30 Patienten mit einem Rektumkarzinom mit dem optimierten Protokoll in der Immuno-PET untersuchen, um eine möglichst genaue Aussage über das Ansprechen des Tumors auf eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie zu gewinnen: Wir gehen davon aus, dass sich in der Immuno-PET nur lebende Krebszellen anfärben und eine Abnahme der Radioaktivitätsaufnahme unter der Therapie ein Therapieansprechen und eine fehlende Abnahme ein Therapieversagen früher und zuverlässiger anzeigt, als dies mit den gegenwärtigen Methoden zu erforschen ist.
Georg-August-University Goettingen
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