
Maligne Tumoren wie das Rektum-Karzinom werden zur Therapie-Planung und Prognoseabschätzung in unterschiedliche Klassen eingeteilt. In Europa erfolgt dies überwiegend gemäß der Klassifikation der UICC ("Union international contre le cancer"). Dabei spielen neben der Eindringtiefe des Tumors (T-Stadium), die Beteiligung von Lymphknoten (N-Status; lat. Nodus für Knoten) und das Vorhandensein von (Fern-) Metastasen eine entscheidende Rolle (TNM-Stadium).
Das T-Stadium:
Das T-Stadium richtet sich nach der Infiltration der unterschiedlichen Schichten des Rektums. Erreicht der Tumor die Submukosa, spricht man von einem T1-Tumor. Wächst er hingegen in die Muscularis propria handelt es sich um einen T2- oder bei Erreichen des Fettgewebes oder der Subserosa um einen T3-Tumor. Die stärkste Ausprägung - T4 - ist bei Durchbruch der Adventitia oder bei Infiltration eines angrenzenden Organs erreicht.
Das N-Stadium:
Sobald Karzinomzellen Anschluss an das lymphatische System gefunden haben, fließen sie mit der Lymphflüssigkeit ab und werden zunächst in den örtlichen Lymphknoten gefiltert. Finden sich Tumorzellen in mindestens einem Lymphknoten (LK), so spricht man von einem Stadium N1. Sobald mehr als vier Lymphknoten mit Tumorzellen nachgewiesen werden, liegt das Stadium N2 vor.
Um zu vermeiden, dass die Untersuchung von zu wenigen Lymphknoten zu einem falschen Ergebnis führt (fälschlicherweise N0), wird vom Pathologen die Untersuchung von mindestens 12 Lymphknoten gefordert.
M-Stadium; Fernmetastasierung
Finden sich Tumorzellen in anderen Organen oder Lymphknoten jenseits des lokalen Abflusses, spricht man von Fernmetastasen – Stadium M1.
Die unterschiedliche Ausprägung des T-, N- und M-Stadiums führt dann zur Einteilung des Tumors in das UICC-Stadium (siehe hierzu Tabelle). Bei Tumoren des Stadiums II und III spricht man von lokal fortgeschrittenen Tumoren.
T | N | M | Stadium |
1,2 | 0 | 0 | I |
3,4 | 0 | 0 | II |
jedes T | 1 | 0 | III |
jedes T | jedes N | 1 | IV |
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